Meinung
Das 15-Millionen-Dilemma
Das Müller-Dilemma: Warum die Entscheidung von Hartenbach und Saier trotzdem richtig ist
Mal ganz ehrlich unter uns: Wer von uns hat in den letzten Wochen nicht gedacht: „Mensch, der Flo Müller hätte es eigentlich so verdammt verdient gehabt!“? Der Junge hat bei seinen Einsätzen, allen voran im DFB-Pokal, bewiesen, dass er voll da ist, wenn es brennt. Er hält die Klappe, arbeitet sich im Training den Hintern auf und hat erst im Februar seinen Vertrag im Breisgau verlängert. Er ist ein absolut feiner Kerl, eine Bank in der Kabine und ein Typ, den man einfach gernhaben muss.
Und genau deswegen tut uns das im ersten Moment im Fan-Herzen weh, wenn der Verein plötzlich den eigenen Transferrekord pulverisiert und Mio Backhaus für stolze 15 Millionen Euro holt. 15 Millionen! Eine Summe, die wir hier im Breisgau so noch nie erlebt haben. Uns allen ist klar: Bei so einem Betrag gibt es keinen Alibi-Zweikampf in der Vorbereitung. Backhaus wird zur neuen Saison als Nummer 1 im Kasten stehen. Punkt.
Die undankbare Rolle der Nummer zwei
Für Flo Müller ist das sportlich die absolut undankbarste Rolle, die man sich vorstellen kann. Da machst du alles richtig, bist loyal, gibst dem Verein im Winter maximale Planungssicherheit – und kriegst am Ende ein 15-Millionen-Kaliber vor die Nase gesetzt. Das ist die brutale Seite des Profifußballs, die einem als Fan manchmal echt kurz den Magen umdreht.
Warum Hartenbach und Saier recht haben
Aber – und das ist das ganz große Aber, das uns Freiburger auszeichnet: Wir wissen alle ganz genau, wer bei uns die Fäden zieht. Wir haben vollstes, blindes Vertrauen in das, was Hartenbach und Saier da anpacken. Die beiden haben den SCF nicht umsonst dahin gebracht, wo wir heute stehen. Wenn die zwei so viel Geld in die Hand nehmen, dann tun sie das nicht für eine Show, sondern weil sie einen glasklaren, langfristigen Plan verfolgen.
Sie haben das quälende Theater um den Atubolu-Poker eiskalt beendet und sofort Nägel mit Köpfen gemacht. Und warum? Um für Julian Schuster und die Mannschaft sofort wieder Ruhe in den Laden zu bringen. Schusti geht jetzt in seine dritte Saison als Cheftrainer, hat das Team längst nach seinen Vorstellungen geformt und das Thema rund um das schwere Streich-Erbe ist sowieso längst durchgekaut. Was Schusti für den nächsten Schritt braucht, ist ein felsenfestes Fundament im Kasten und die Garantie, mit einem absoluten Top-Mann auf internationalem Niveau planen zu können. Für ewige Hängepartien oder wackelige Experimente ist da auf diesem Niveau schlicht kein Platz. Hartenbach und Saier haben ihm mit Backhaus diese absolute Ruhe für die neue Saison gekauft.
Es ist genau diese Mischung, die uns gerade beschäftigt: Wir fühlen extrem mit Flo Müller mit, weil er ein tadelloser Sportsmann ist. Aber gleichzeitig ziehen wir alle den Hut vor der Konsequenz von Hartenbach und Saier, die hier die Weichen für die Zukunft stellen, damit Schusti mit dem Team weiter angreifen kann.
Wie seht ihr das? Geht es euch da genau wie mir – das Herz blutet ein bisschen für Flo, aber der Verstand sagt: Hartenbach und Saier haben wieder einmal alles richtig gemacht?
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